Fahrzeugtechnik der ganz besonderen Art

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Bekanntlich sind Fahrzeugkrane unentbehrliche Helfer für verschiedenste Bereiche des Transport- und Logistikwesens in unterschiedlichen Segmenten wie Strassen- und Schienenfahrzeuge oder auch für Schiffseinsätze. Kürzlich haben wir uns mit Ruedi Sutter, dem CEO der Walser Schweiz AG, über den Stand der Dinge bei den Technologien im Zusammenhang mit Fahrzeugkranen unterhalten. Lösungen, die bewegen 


Unter diesem Slogan tritt die Walser Firmengruppe mit Sitz in Rankweil, Vorarlberg jeweils an die Öffentlichkeit. In der Schweiz ist man mit der Walser Schweiz AG in Tagelswangen und der Walser AG in Zizers gleich zweifach vertreten.

1972 übernahm man als weltweit erster Exportpartner von PALFINGER die Generalvertretung für die Schweiz, damals noch unter dem Namen Kran + Hydraulik AG. Die Umfirmierung erfolgte 2008, drei Jahre nach der Integration in die Walser Gruppe. PALFINGER produzierte anfänglich nur Stückgutkrane, welche heute noch das Kerngeschäft ausmachen. PALFINGER, und damit auch Walser, bieten heute eine sehr breite Produktepallette in Bereichen von hydraulischen Hebe- und Handlinggeräten an. Nicht unerwähnt bleiben darf die Abroll- und Absetzkipper Baureihe und auch die hochspezialisierten

PALFINGER-EPSILON Krane für den Forst- und Recyclingbereich. Zurück in die Schweiz Aktuell beschäftigt die Walser Schweiz AG rund 50 Mitarbeitende. Als Schweizer Generalvertretung der Marke PALFINGER und als Spitzenunternehmen für Nutzfahrzeugaufbauten, ist man für den Vertrieb, den Aufbau und Service hydraulischer Hebe-, Lade- und Handlingsysteme zuständig. Zusätzliche Segmente sind Kipper, Ladebrücken und Schnellwechselsysteme aus der Eigenproduktion von Walser. Weiter steht der Kundschaft schweizweit ein leistungsstarkes Vertriebs- und Servicenetz zur Verfügung.

Kontinuität als Stärke
Seit Dezember 1989 ist Ruedi Sutter (52) bei der Walser Schweiz AG, früher Kran + Hydraulik AG, im Fahrzeugkrangeschäft mit dabei. Seine berufliche Basisausbildung als Maschinenmechaniker hat ihm natürlich immer wieder vieles erleichtert. Ebenso seine verschiedenen Weiterbildungen in den Bereichen Verkauf und Betriebswirtschaft. Seit 11 Jahren führt er das Walser- Unternehmen. Grund genug, um mit ihm einmal über die technischen und sonstigen Entwicklungen ein Gesprächzu führen. Wir haben ihm einige Fragen gestellt. Herr Sutter, was haben Sie denn alles so gemacht in Ihrer langen Karriere bei der Firma Walser? Ich hatte das Glück, im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten Bereiche im Unternehmen kennenzulernen, beziehungsweise zu durchlaufen. Um ein Unternehmen mit rund fünfzig hochqualifizierten

Leuten zu führen, schadet es nicht, vieles in der Praxis erfahren zu haben. In welchen Bereichen haben Sie Ihre Erfahrungswerte geholt? Angefangen habe ich im Einkauf und in der Lagerbewirtschaftung. Danach wechselte ich in den Verkauf, wo wir laufend neue Produkte zu lancieren hatten. Eine äusserst spannende und lehrreiche Zeit. Zwischen 1996 und 2006 leitete ich den Verkauf und war Mitglied der Geschäftsleitung. 2006 durfte ich dann die Geschäftsleitung übernehmen und die Verkaufsleitung Peter Braun übergeben.

Was war in all dieser Zeit für Sie das Einschneidendste, das Prägendste? Da gehören sicher das enorme Wachstum von PALFINGER und die Entwicklung der Walser Group in den letzten 10 Jahren dazu. Dann aber auch der extreme Fortschritt in technologischer Hinsicht. Enorm, was man in relativ kurzer Zeit aus einem Hydraulikkran gemacht hat. Wo fanden nach Ihrer Meinung bei der Fahrzeugkrantechnik die grösste Quantensprünge statt?

Mit dazu gehören die Einführung der Funkfernsteuerung und damit die enorme Effizienzsteigerung. Dann aber auch die immer grösseren Kranreichweiten mit steigender Hubkraft. Wir sind heute bei einem 200 m/t-Kran, dem PK 200 002 L-SH, der noch auf einen Lkw aufgebaut werden kann. Solche haben beispielsweise Schmid Kran in Hombrechtikon, Hegglin Kriens, Gerber Pratteln oder Couturier in Saxon. Sehr gefragt sind inzwischen die verschiedenen Assistenzsysteme, wie beispielsweise die Standsicherheitsüberwachung oder die Auslastungsanzeige. All diese Systeme und Verbesserungen haben den Sinn, die Sicherheit zu erhöhen, Unfälle und Schäden zu vermeiden. Des Weiteren soll die Bedienungsfreundlichkeit erhöht und der Fahrer entlastet werden. Bieten Sie dem Krankäufer oder dem Chauffeur jeweils eine umfassende Systemeinführung an?

Es gibt am Fahrzeug eine sogenannte und umfassende Auslieferinstruktion. Dann gibt es auch die Möglichkeit, mehrere Chauffeure in einem separaten Zusammenzug zu instruieren. Des Weiteren steht für den Fall aller Fälle eine Hotline zur Verfügung. Diese ist auch ausserhalb der Geschäftszeiten aktiv. Ich möchte dabei auch noch auf unsere exklusive Schulungswand (Bild auf Seite 12 mit Silvan Meister) hinweisen, wo wir unterschiedlichste Situationen 1:1 und mit den originalen Krankomponenten simulieren können. Dieses Trainingstool wird natürlich auch schweizweit für Produktschulungen eingesetzt. Es geht nicht mehr lange, bis die transport.ch ihre Tore öffnet. Ich nehme an, dass Walser Schweiz AG auch ausstellen wird. Gibt es Neuheiten, die auf der Messe zu sehen sein werden? Selbstverständlich sind wir auch da. Ich kann nur eines verraten: Dass wir mit  einer hochinteressanten Weltneuheitaufwarten werden. Mehr möchte ich dazu zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

 

Die einzigartige Funkfernsteuerung

Ihre Augen haben so richtig aufgeleuchtet, als Sie vorher von der ersten von PALFINGER selbst entwickelten Funkfernsteuerung sprachen. Erzählen Sie uns bitte etwas dazu. Klar, mache ich doch! Die PALcom P7 wurde, wie Sie gesagt haben, komplett von PALFINGER entwickelt und vor rund drei Jahren dem Markt zugänglich gemacht. Unter dem Motto: Von Kranprofis für Kranprofis. Die völlig neu entwickelte PALFINGER Ladekran-Funkfernsteuerung vereint ein fortschrittliches Design mit idealster Bedienerfreundlichkeit, Sicherheit und Arbeitseffizienz. Unter der Leitung der Entwicklungsabteilung des Salzburger Ladekranherstellers wurde mit externen Fachleuten, Forschungseinrichtungen und Kranfahrern eine völlig neue Art von Funkfernsteuerung konzipiert, die perfekt auf den Ladekran zugeschnitten ist.

 Die Steuerungsergonomie orientiert sich dabei bewusst an der intuitiven Bedienung durch den Anwender und gewährleistet dadurch auch über lange Arbeitszeiten ein Maximum an Einsatzsicherheit. Die Handauflagen und die Anordnung der Bedienhebel sind so gewählt, dass ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich ist. Der zentral angeordnete Bedienknopf „Pal-Drive“ und eine intuitive Menüführung mit grossem Farbdisplay ermöglichen auch eine einfache und sichere Bedienung. Erstmals im Kranbereich kommt in der neuen PALcom P7 ein zentrales 4,1 Zoll TFT-Farbdisplay mit Transflektiv-Technologie zum Einsatz. Durch die transflektive Technologie ist das grosse Display auch bei prallem Sonnenlicht sehr gut ablesbar und trotzdem sehr energiesparend. So wird der Bediener zu jedem Zeitpunkt über alle für ihn wichtigen Betriebszustände informiert und klar und sicher geführt. Eine weitere wesentliche Neuerung stellt das Energiemanagement der neuen PALcom P7 dar. Die Ladestation überprüft die Akkus vor der Schnellladung auf Entladungszustand, Refresh- Bedarf und Umgebungstemperatur. Das Ladegerät steuert aus der Summe der Informationen den optimalen Ladestrom ein und verlängert damit langfristig die Lebensdauer der Akkus. Durch den reduzierten Stromverbrauch arbeitet die PALcom P7 bis zu zwölf Stunden im Dauerbetrieb ohne Nachladung. In der Funkfernsteuerung wurden neuste Sicherheitskonzepte integriert. Unter anderem gibt es Sicherheitsfeatures wie Kipp- und Beschleunigungssensoren, die unbeabsichtigte Kranbewegungen verhindern. Wenn etwa ein gewisser Neigungswinkel des Sendepultes überschritten wird oder das Funkpult zu Boden fällt, wird die Funktion der Bedienhebel deaktiviert.

Die PALFINGER Fernsteuerung ist seit April 2014 für die europäische SHBaureihe am Markt verfügbar.

DIE PALFINGER AG

Sie zählt seit Jahren zu den international führenden Herstellern von Hebe- Lösungen, die auf Nutzfahrzeugen und im maritimen Bereich zum Einsatz kommen. Als multinationale Unternehmensgruppe mit Sitz in Bergheim bei Salzburg erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 9580 Mitarbeitern 2016 einen

Gesamtumsatz von rund 1357 Mio. Euro. Der Konzern verfügt über Produktionsund Montagestandorte in Europa, Nordund Südamerika sowie Asien. Innovation, weitere Internationalisierung und Flexibilisierung der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse bilden die Säulen der Unternehmensstrategie. Am

Weltmarkt für hydraulische Ladekrane gilt PALFINGER nicht nur als Markt-, sondern auch als Technologieführer. Mit über 5000 Vertriebs- und Servicestützpunkten in über 130 Ländern auf allen Kontinenten ist PALFINGER immer nahe am Kunden.

 

Beitrag, Bilder: Rolf Grob, Mobilität®, SEITE 10-12

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