Alle Lastwagen fliegen...hoooch!

2010-10-07 arge_limmern

Wie kommen 35 Tonnen am Stück auf einen Berg? Auf der Arge Linth-Limmern (Glarus) sind zwei MAN mit Palfinger-Kranaufbau im Einsatz. Wir waren dabei, als am 13. August einer der beiden zu seinem Arbeitsort „geflogen“ wurde.

Eines der bedeutenderen Ausbauprojekte der Axpo AG und des Kantons Glarus ist „Linthal 2015“. Ein neues, unterirdisch angelegtes Pumpspeicherwerk soll Wasser aus dem Limmernsee in den 630 m höher gelegenen Muttsee zurückpumpen und bei Bedarf wieder zur Stromproduktion nutzen. Das neue Werk soll eine Pumpleistung und eine Turbinenleistung von je 1000 MW aufweisen.
Damit würde sich die Leistung der zwischen 1957 und 1968 gebauten Glarner Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL) von heute rund 450 MW auf 1450 MW erhöhen. Das entspricht leistungsmässig dem Kernkraftwerk Leibstadt oder dem Wasserkraftwerk Cleuson Dixence. Damit soll die Stromversorgungssicherheit in der Nordost und Zentralschweiz auch für die Zukunft gesichert werden. Man rechnet dafür mit einer Bauzeit von gut fünf Jahren und mit der Betriebsaufnahme im Jahr 2015/16. Bis zu 250 Personen werden auf den Bauplätzen tätig sein. Die Investitionskosten für dieses Projekt betragen rund 2,1 Milliarden Franken.
Sämtliches Baumaterial sowie alle Maschinen und Geräte müssen mit der eigens dafür montierten Hochleistungsseilbahn mit einer Tragkraft von 40 t nach oben gebracht werden, wie auch dieser von uns fotografierte MAN-Vierachser mit Palfinger-Kranaufbau von Walser Zizers. Mit einem mitgeführten Generator und einem Kranaufsatz wog dieser Lkw rund 35 Tonnen, was das Seilbahnbedienpersonal vor eine knifflige Aufgabe stellte, die erst nach Stunden gelöst werden konnte, denn bei den 40 Tonnen Tragkraft ist der mehrere Tonnen schwere Seilbahnschlitten mitgerechnet – und Sicherheit geht nun mal vor. Doch wie man auf den Bildern sieht, hat die Mannschaft das Problem erfolgreich gelöst.