Wo Männerherzen beruflich höher schlagen dürfen

Attraktive Arbeitsplätze bei Walser

Walser Fahrzeugbau ist eine gefragte Adresse bei Florianijüngern.
RANKWEIL.

Feuerwehrautos lassen die Herzen der Männer in beinahe jedem Alter höher schlagen. Diese unbestreitbare Tatsache kommt auch dem Rankweiler Fahrzeugbauer Walser bei der Rekrutierung von Mitarbeitern zugute. „Es ist für uns sicher ein Glück, dass zahlreiche junge Leute die Feuerwehr als Hobby haben“, bestätigt Personalchef Arno Miesl. Und so bietet sich einigen von ihnen immer wieder die Chance, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Spezialisiertes Wissen
Da der Fahrzeugbau ein spezialisiertes Wissen erfordert, sind fertige Fachkräfte auf dem freien Markt nicht einfach zu finden. „Deshalb müssen wir uns die Facharbeiter von morgen eben selbst heranbilden“, sagt Arno Miesl und begründet damit auch die hohen Lehrlingszahlen.
Zwischen 35 und 40 werden jährlich nur für den Bereich der Produktion aufgenommen.
Derzeit stehen 37 in Ausbildung. Ihre Fertigkeiten können die Jugendlichen auf verschiedensten Ebenen beweisen. Es gibt den klassischen sowie Spezialfahrzeugbau, eine Reparaturservice-Abteilung, Spenglerei und Lackiererei sowie eine Entwicklungsabteilung und den Feuerwehrfahrzeugbau. Dort ist die Walser Gruppe 2008 eingestiegen.
Heute verlassen jährlich zwischen 55 und 60 der roten Männerträume fix und fertig das Unternehmen.
Auch die Typisierung wird für den Auftraggeber erledigt. Zumindest für den österreichischen. Dazu kommt noch eine umfangreiche Palette an Nutzfahrzeugen, die nach Kundenwünschen gestaltet und ausgerüstet werden. Dabei gilt es, Rahmen, Räder, Motor und „Hütte“, wie man in Fachkreisen salopp zu sagen pflegt, in ein Fahrzeug zu verwandeln.

Viele Möglichkeiten
Karosseriebautechniker finden hier ein breites Spektrum an Tätigkeiten. „Die Anforderungen an solche Mitarbeiter sind entsprechend hoch“, betont Arno Miesl. Sie müssen sich praktisch überall auskennen, müssen Blech zuschneiden ebenso können wie Blechbiegen oder Komponentenzusammenkleben. Und sie müssen mit Steuerungs- und Antriebstechnik vertraut sein. „Es sind die vielen Möglichkeiten unter einem Dach, die die Arbeitsplätze bei uns so attraktiv machen“, ist der Personalchef überzeugt.

Deutliches Bekenntnis
Ebenso gut weiß Miesl, dass nicht jeder die geforderten Fertigkeiten besitzt und sich, Elektrik und Elektronik hin oder her, lieber „schmutzige Hände“ holt. Auch für diese Handwerker gibt es genug Arbeit in einem Unternehmen, das sich 117 Jahre nach seiner Gründung immer noch in Familienbesitz befindet und mit millionenschweren Eigeninvestitionen ein deutliches Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg abgelegt hat. Dieser „Ausdruck der Langfristigkeit“, wie es Arno Miesl formuliert, ist wohl mit ein Grund, dass sich die rund 160 Beschäftigten wohlfühlen und auch die meisten Lehrlinge nach Abschluss der Lehrzeit bleiben wollen. „Die Bereitstellung eines sicheren Arbeitsplatzes kommt dem Betrieb ebenso zugute wie den Dienstnehmern“, meint Arno Miesl. Obwohl es durchaus sein kann, dass sich Lehrlinge im Anschluss an die dreieinhalb jährige Ausbildung und den Militär- oder Zivildienst eine Auszeit nehmen, kehren viele schließlich doch wieder in den Schoß des Unternehmens zurück. Wo sie selbstredend immer willkommen sind. Walser hat nach der Insolvenz des Fahrzeugbauers Marte einen Teil der Belegschaft übernommen. „35 der 45 Mitarbeiter von damals sind nach wie vor bei uns tätig“, berichtet Miesl sichtlich zufrieden.

Familiäre Atmosphäre
Die Firma selbst tut ihrerseits noch mehr dazu, um die Voraussetzungen für einen Verbleib der Mitarbeiter zu schaffen. Mit internen Veranstaltungen wird die Kommunikation untereinander gefördert und Geborgenheit vermittelt. „Wir versuchen, trotz aller Weitläufigkeit und Größe, die das Unternehmen ausstrahlt, ein familiäres Klima zu bewahren“, betont Arno Miesl. Tatsächlich findet man sich als Außenstehender auf dem riesigen Betriebsgelände an der Bundesstraße kaum zurecht. Aber verschlossene Hallentüren öffnen sich schnell und hilfsbereite Herrschaften weisen dem suchenden Gast freundlich den Weg. Das mit der  Beschilderung sei noch ein bisschen ein Problem, räumt der Personalchef, der gleichzeitig auch Finanzchef ist, ohne Zögern ein.

Anstrengende Arbeit
Und wenn hier „Herrschaften“ geschrieben steht, hat das seinen guten Grund.
Weibliche Mitarbeiter sind, von der Verwaltung abgesehen, kaum bis gar nicht vorhanden. Bislang absolvierte lediglich eine junge Frau die Lehre zur Karosseriebauerin. „Wir würden gerne mehr Frauen in der Produktion sehen“, erklärt Arno Miesl. Doch die Arbeit dort ist anstrengend und erfordert Körperkraft. Das schrecke viele Mädchen ab.

100.000 Quadratmeter
Durch nichts ließen sich die Besitzer von Walser Fahrzeugbau in ihrer Expansion beirren. Haupteigentümer und Geschäftsführer ist Gerhard Rauch. Einen kleinen Anteil hält auch noch sein Vater. „Das macht unsere Arbeit einfacher, weil die Wege zur Entscheidungsfindung kürzer sind“, so Miesl. Allein in den letzten Jahren investierten Junior und Senior mehr als zehn Millionen Euro in Betriebserweiterungen. Heute umfasst allein das Werksgelände in Rankweil stattliche 65.000 Quadratmeter. Zusammen mit den Produktionsstätten in der
Schweiz bringt es die aufstrebende Walser Group auf über 100.000 Quadratmeter Produktionsflächen. „Geht nicht gibt‘s nicht“, lautet das Motto
des Firmeneigners, der das Unternehmen bereits in vierter Generation leitet.

Insgesamt beschäftigt die Walser GmbH 250 hochqualifizierte Mitarbeiter, die meisten in der Produktion. Bei Schnuppertagen können Schulabgänger das Ausbildungsangebot in allen Fachbereichen kennenlernen. Anhand eines Aufnahmetests werden dann mögliche Kandidaten für eine Lehre ausgewählt.